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Surf / Hot Rod / Instrumental
Wichtigste Bands:
Beach Boys, Jan & Dean, Dick Dale, Surfaris, Gary Usher, Ventures, Shadows, Sentinels, Link Wray, Trashmen.

Das Wellenreiten wurde an den kalifornischen Stränden bereits seit den zwanziger Jahren betrieben, war aber noch weit vom Massensport entfernt. Erst als 1959 der äusserst erfolgreiche Film „Gidget“ in den Kinos lief änderte sich die Situation schlagartig: Der Film porträtierte die Surf-Szene als gut aussehende Teenager die ihre Zeit damit verbrachten am Strand zu tanzen, sich ineinander zu verlieben und ausgiebig zu surfen. Weitere Filme dieser Machart folgten und lenkten das allgemeine Interesse auf dieses neue Phänomen. Als Pionier der Surf Musik gilt Dick Dale, der ende der fünfziger Jahre mit seiner Combo „The Del-Tones“ am Newport Beach mit seinem röhrenden Gitarrensound für Furore sorgte. Schon bald waren die örtlichen Ballrooms zu klein und Dale spielte die ganze südkalifornische Küste auf und ab. Mit seiner Fender Stratocaster, angeschlossen an einen Fender Showman Amp, erzeugte einen Sound wie man ihn bis dahin noch nicht gehört hatte. Zwar waren schon in den Fünfzigern diverse Künstler mit Gitarren-Instrumentals erfolgreich. Duane Eddy mit seinem „Peter Gunn Theme“ oder Link Wray mit „Rumble“ hatten schon diesen tiefen röhrenden Sound, andere wie The Champs („Tequila“) und die Leftovers („Torquay“) verwendeten auch bereits Latin-Elemente aber erst Dick Dale verschmolz alles zu dem was gemeinhin als Surf Sound bekannt ist. Je grösser der Surfkult wurde, desto mehr Bands tauchten auf der Bildfläche auf und besangen die Freuden des Wellenreiten oder versuchten die Wellen in ihren Instrumental-Nummern klanglich umzusetzen. Nicht alle Surfbands kamen von der kalifornischen Küste, die Welle erfasste auch Gebiete im Hinterland, tausende Kilometer von der nächsten Küste entfernt. Entlang der kalifornischen Küste, an den so genannten „Surf-Spots“ schossen kleine Clubs aus dem Boden. Jede lokale Szene hatte ihre eigenen Bands, die Surfer entwickelten ihren eigenen Slang, einen speziellen Look und tanzten ausgiebig auf „Stomps“, ihren wöchentlichen Tanzanlässen. So wie Dick Dale den instrumentalen Surf-Sound prägte, so wichtig waren die Beach Boys für den Vocal-Surf. Ihre mehrstimmigen Harmonien entliehen sie von Gesangsgruppen der fünfziger Jahre, wie den Four Freshmen und paarten diese mit satten Chuck Berry-Riffs. Die Songs wurden allesamt von Brian Wilson geschrieben, der selber nie auf einem Surfbrett gestanden war. Die Texte handelten von den Freuden des Wellenreitens und widerspiegelten das Leben kalifornischer Teenager. Songs wie „Surfin’“, Surfin’ Safari“ und „Surfin’ USA“ lösten schliesslich den ganz grossen Boom aus. Neben dem surfen waren vor allem Autos von grosser Bedeutung. Mit Hot Rod entstand ein Ableger von Surf der für eine kurze Zeit sehr erfolgreich war. Bei Hot Rod drehte sich alles um aufgemotzte Dragster, Motoren und Girls. Auch hier waren die Beach Boys an vorderster Front und landeten Hits wie „Little Deuce Coupe“, „I Get Around“ und „Fun, Fun, Fun“. Aus dem Umfeld der Beach Boys schafften auch Acts wie Jan & Dean („Surf City“) und Gary Usher den Sprung in die Charts. Die drei Jahre zwischen 1961 und 1964 waren die Blütezeit des Surf. Aber obwohl einzelne Instrumentals wie „Wipe Out“ von den Surfaris oder „Pipeline“ von den Chantays national sehr erfolgreich waren, konnten die wenigsten der zahlreichen kalifornischen Surfbands Hitsingles verbuchen. Das endgültige Aus für Surf kam dann aber überraschend in der Form von vier Pilzköpfen aus Liverpool, die Amerika und den Rest der Welt im Sturm eroberten. Mit den Beatles kamen ganze Heerscharen von britischen Bands, die in den Jahren 64/65 die US-Charts gänzlich dominierten. Mehrstimmiger Gesang und Beat war jetzt in, instrumentale Gitarrennummern, denen noch der schale Geruch der 50er anhing, waren nun komplett out. Die meisten Musiker passten sich den neuen Gegebenheiten an, oder gingen unter. So entwickelte sich die eher erfolglose Surf-Combo The Crossfires zur erfolgreichen Folk-Pop Gruppe The Turtles und die Beach Boys setzten mit ihren perfekt konstruierten Pop-Symphonien zu neuen Höhenflügen an. Das Surf-Genre erlebte in der Folgezeit, wie viele andere Trends auch, immer wieder Revivals. Auch heute noch fasziniert der Surf-Sport Menschen auf der ganzen Welt und die Musik dazu wird von tausenden Neo-Surf-Bands zelebriert, die sich gerade in den letzten Jahren dank dem Soundtrack von „Pulp Fiction“ wieder einer grösseren Aufmerksamkeit erfreuen können. In diesem Sinne: „Surf Is Here To Stay“.

 
 

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